Keine halben Sachen

Werkstatt- und Lageroptimierung mit großem Umbau


„Die CNC stand vorher dort ganz hinten. Hier haben wir eine ganze Wand rausgenommen. Da drüben war früher eine Stufe, da haben wir den Boden auf ein Niveau gebracht.“ Tischlermeister Reinhard Klein-Nöh zeigt an die Decke und erklärt, dass er im Zuge des großen Umbaus auch die Beleuchtung auf LED-Technik umgestellt hat. Zusammen mit seinem Team hat er im Frühjahr 2016 den rund 530 Quadratmeter großen Betrieb in Netphen komplett auf den Kopf gestellt – mit dem Ziel, Arbeitsabläufe zu verbessern und das Lager zu optimieren.
Gute Bilanzen, genügend Auträge, die Arbeit im Betrieb funktioniert – eigentlich denkt man ja immer, man macht alles richtig“, sagt Reinhard Klein-Nöh. Als sich der 53-Jährige vor einigen Jahren seinen Betrieb zusammen mit einem Unternehmensberater anschaute, animierte dieser den Tischlermeister, doch einmal seine „Verteidigungsposition“ zu verlassen und sich auf Optimierungen und Veränderungen einzulassen. Gesagt, getan. Wenig später kam Reinhard Klein-Nöh beim Trefpunkt Tischler 2015 in Bochum mit dem Berater Christof Högemann ins Gespräch, der Betriebe in Sachen Lageroptimierung unterstützt.

Kreuz und quer durch die Werkstatt
Bei einem Besuch in der Werkstatt wurde schnell klar: Im Lager und in den Betriebsabläufen gibt es viele Ansätze für Verbesserungen. Ein Handicap des Betriebes, der von Reinhard Klein-Nöh in der vierten Generation geführt wird, waren viele unnötige Arbeitswege innerhalb der Werkstatt. So wurde beispielsweise die CNCMaschine damals dort aufgestellt, wo Platz war – und nicht dort, wo es praktisch gewesen wäre. Von der Plattensäge mussten Teile so quer durch die Werkstatt zur CNC getragen werden, von dort aus wieder um drei Ecken zum Kantenanleimer und so weiter – und das auch noch über zwei Ebenen. In der Werkstatt gab es mehrere kleine Rampen und eine große Stufe, weil der Boden durch damalige Erweiterungen unterschiedliche Höhen hatte.

Alle Ideen durchspinnen
Reinhard Klein-Nöh war entschlossen: „Wir machen keine halben Sachen. Wenn wir so eine Optimierung und einen Umbau angehen, dann auch richtig.“ Neben Christof Högemann kam daher auch Werkstattoptimierer Martin Buck ins Spiel, der die komplette Layoutplanung des Betriebes übernommen hat. Drei Tage setzten sie sich mit dem Team der Werkstatt zusammen. „Dabei ist es wichtig, mal alle möglichen Ideen durchspinnen zu können“, sagt Christof Högemann. In einem maßstabsgetreuen 1:20-Modell der Werkstatt konnten die Mitarbeiter Maschinen verstellen, Laufwege simulieren und Lagerlächen planen. Am Ende bedeutete das, dass nur der Häcksler und die stehende Plattensäge an ihrem Platz bleiben konnten – alle anderen Maschinen wurden neu positioniert. Reinhard Klein-Nöh, der die Planung weitestgehend seinen Mitarbeitern überlassen hatte, war einverstanden: „Wenn ihr das so für richtig haltet, machen wir das.“

Die Mannschaft zusammengeschweißt
Im Frühjahr 2016 reservierte der Betrieb 14 Tage für den Total-Umbau. „Meine Bedingung war, dass wir nach zwei Wochen wieder produzieren können“, sagt der Tischlermeister. Das Vertrauen in sein Team wurde nicht enttäuscht. Alle packten mit an – auch an den Wochenenden. „Das hat uns als Mannschat auch noch einmal mehr zusammengeschweißt“, sagt Reinhard Klein-Nöh. „Die Mitarbeiter waren von Anfang an voll involviert. Heute ist es ihr Betrieb, den sie mitgestaltet haben.“ Zusätzlich zur technischen Optimierung gab es auch optische Verbesserungen: Neue Schränke mit farblichen Akzenten sind heute überall in der Werkstatt einheitlich. Die Laufwege und Stelllächen wurden auf dem Boden in den Logofarben Schwarz und Orange gestaltet.

Zusätzliche Mitarbeiter eingestellt
Weniger Suchzeiten im Lager, optimierte Bestellvorgänge, keine unnötigen Transporte innerhalb der Werkstatt: „Durch den Umbau konnten wir unsere Efektivität um 20 bis 25 Prozent steigern“, sagt Reinhard Klein-Nöh. Das schate Kapazitäten für zusätzliche Aufträge und zusätzliche Mitarbeiter. So hat der Tischlermeister beispielsweise einen neuen Arbeitsplatz in der Planung eingerichtet. Ein weiterer Efekt ist, dass das elköpige Team immer wieder eigene Ideen für Verbesserungen entwickelt – und der Chef lässt seinen Mitarbeitern dabei freie Hand. „So eine Optimierung ist nicht als abgeschlossenes Projekt zu betrachten“, sagen Christof Högemann und Martin Buck. „Wenn man es richtig macht, ist das ein Prozess, der nie wirklich ans Ende kommt.“ Statt bei der Arbeit kreuz und quer durch die Werkstatt zu laufen, wird nun stattdessen vielmehr quergedacht – immer mit dem Ziel, die Prozesse weiter zu
optimieren. (js)

www.klein-noeh.de

www.orkan-lager.de

www.buckoptimal.de

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